Studiengebühren: Wirtschaftliche Impulse

Posted 9. Juli 2008 by Yussuf Göbelt
Categories: Goldregen

Die beherzten und entschiedenen Reformen auf allen Gebieten sind ein Erfolgsmodell, selbst noch in Bereichen, in denen niemand eine wirtschaftliche Belebung erwartet hätte. Zum Beispiel auch die Einführung der Studiengebühren, die hochschulpolitisch zwar völlig sinnlos war, aber zu einer Ausbreitung des heiligen Marktprinzips führt, da sie immer mehr Studentinnen zur Prostitution anreizt:

Mit den in vielen Bundesländern im Sommer 2007 eingeführten Studiengebühren soll ja die Arbeit der Hochschulen gefördert werden. Doch offenbar fördern sie noch etwas ganz anderes: die Prostitution. [...] Den Anstieg führt der Geschäftsführer auf die Einführung der Studiengebühren und die schlechte finanzielle Lage von Studentinnen zurück. “Seit dem Wintersemester gibt es im Durchschnitt beinahe 700 Sex-Auktionen pro Monat, bei denen sich Studentinnen anbieten”, sagte Krauleidis.

Das ist eine großartige Entwicklung, die wir alle mit ungebremsten Stolz und Optimismus aufnehmen. Der Weg der Reformen war beispiellos und hat sogar den deutschen Fleischmarkt international konkurrenzfähig gemacht, selbst noch mit Märkten in Elendsländern, die mit billigem Nuttenmaterial geradezu überschwemmt werden. Er führte nicht nur zur größeren Praxisnähe des einst so theorielastigen Studiums, da weibliche Studenten jetzt endlich schon im Studium lernen, dass man sich in der Goldenen Neuen Zeit selbst verkaufen muss, um überleben zu können, er ist auch eine ideale Vorbereitung auf die kommenden, entbehrungsreichen Kämpfe für den wirtschaftlichen Endsieg voller guter Zahlen. Es geht weiter voran in Deutschland!

Für die Null-Euro-Jobs

Posted 13. Mai 2008 by Yussuf Göbelt
Categories: Wirbelwinde

Wenn die Vertreter der totalen wirtschaftlichen Vernunft an den so genannten 1-Euro-Jobs immer etwas gestört hat, dann war es die Tatsache, dass immer noch ein Euro in der Stunde gezahlt werden muss. Das sind immense Kosten, die vermieden werden müssen, um auch in Zukunft noch wachsende Zahlen und erigierte Erfolgswinkel in Deutschland zu sehen.

Doch das unbegreifliche Wunder der Vorsehung gab uns das Institut zur Zukunft der Arbeit. Dort ersann man das weise und Glück bringende Konzept der Workfare. Für diese ganzen Wachstumsverhinderer, die immer noch der schwärmerischen Idee anhängen, dass man für Arbeit bezahlt werden sollte, wird endlich die Bürgerarbeit eingeführt. Diese wird 39 Stunden in der Woche zum Nulltarif durchgeführt. Und wer nicht arbeitet, der soll ganz biblisch auch nicht essen (oder wohnen oder weiterleben). So gefällt uns die Bibel. So kriegen endlich auch diese Schmarotzer einen Eindruck vom Honigseim des Segens der Arbeit, das Problem der Lohnkosten löst sich in Wohlgefallen auf und die Vollbeschäftigung im Deutschen Reichtum fällt ganz von allein ab. Denn diese Zwangsarbeiter sind endlich billiger als die Menschen in Elendsländern. Kein Wunder, dass sich auch weise Lenker wie Michael Glos begeistert zeigen. Da kann ruhig von diesen Untergrundkommunisten aus der SPD ein Mindestlohn eingeführt werden, wenn gleichzeitig billige und willige Sklaven zur Verfügung stehen. So macht man Wachstum.

Wie wunderbar doch abläuft, was der Wirtschaft Heil bringt. Dank der langsamen Entrechtung der Arbeiter ist jedes Schwärmen von klassenkämpferischen Ideen oder gar einer Revolution erstickt, und endlich kann die Peitsche richtig geschwungen werden! So geht es weiter und weiter aufwärts und aufwärts in Deutschland, und bald schon ist jeder Dritte Reich. (Zumindest unter Unternehmern.)

Ein Praktikum als Lohn

Posted 14. März 2008 by Yussuf Göbelt
Categories: Goldregen

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Die Innovationskraft der IT-Branche bleibt ungebrochen, wenn es darum geht, neue Wege in der preiswerten Nutzbarmachung des Menschenmateriales zu finden. Mit besonders gutem und lobenswertem Beispiel geht Google voran und weist uns allen den Weg in ein Zeitalter goldener Zahlen und blecherner Löhne.

Warum auch hätte man dem talentierten argentinischen Programmierer Diego Gavinowich Geld dafür geben sollen, dass er für Google eine neue Webanwendung erstellt hat? Davon werden nur die Kassen leerer. Deshalb soll ihm als angemessener Lohn seiner Mühen reichen, dass er drei Monate als Praktikant bei Google arbeiten darf. Recht so! Der soll gefälligst froh darüber sein, bei einem derartig großen Menschennutzer arbeiten zu dürfen, was will man da noch mit Geld!? Außerdem macht sich so ein Praktikum wirklich gut im Lebenslauf, wenn er am Ende der drei Monate wieder auf dem Arbeitsstrich darum betteln darf, dass jemand seinen Körper nutze. Da freut er sich gewiss, der kreative Kopf hinter den stetig steigenden Marktanteilen Googles.

Google revolutioniert nicht nur das Internet, sondern den gesamten Prozess der wirtschaftlichen Wertschöpfung. Das ist der unbezwingbare Wille zum Profit, den wir alle in der Nutzung menschlichen Schaffens viel häufiger sehen wollen, damit es immerfort aufwärts gehe!

[via]

Ein großes Lob der Kanzlerin

Posted 1. März 2008 by Yussuf Göbelt
Categories: Nebelschwaden, Regentänze

Die Kanzlerin, die unser aller Wohl sicherstellt: Angela MerkelAuf jemanden wie Frau Merkel kann man sich immer verlassen. Menschen mit dieser großen und Systeme übergreifenden Erfahrung in Agitation und Propagada brauchen wir bei der Verbesserung der Zahlen und Gewinne noch viel mehr.

Wie geschickt und gerissen von unserer geliebten Nebelmaschine, sich medienwirksam mit Forderungen nach einer ominösen Ethik in einer ebenso ominösen “sozialen Marktwirtschaft” zu Wort zu melden. Man glaubte beinahe, die Ziehväter Kohl und Honnecker zu hören. Das klingt fast schon, als würde sie den Sozialneid der Hartz-IV-Schmarotzer füttern wollen, und es sagt dabei gar nichts. Ganz großes Kino, Frau Merkel! Denn sie verschweigen verschlagen, dass wir bereits eine ethische Verpflichtung gegenüber unseren Aktionären haben — und zwar eine, die dem einfachen Menschenmaterial nicht gefallen würde, wenn sie zu laut ausgesprochen würde.

So leisten sie mit ihren wohlplatzierten Nebelreden einen wichtigen Beitrag dazu, dass auch in Zukunft ein Deutschland nach den Erfordernissen des einzig wahren Zieles, nämlich stetig steigender wirtschaftlicher Kennziffern, geschaffen werden kann. Sie machen wahr, werte Frau Kanzlerin, was die Wiedervereinigung uns allen nur versprochen hat. Und wir Profiteure werden uns gewiss noch als sehr dankbar erweisen, wenn sie schon längst Geschichte geworden sind.

Denn so eine Leistung soll sich auch lohnen.

Ihre Lobbyisten

Ein Hoch der Bildzeitung!

Posted 18. Februar 2008 by Yussuf Göbelt
Categories: Wirbelwinde

In dieser Zeit, in der angesichts grandioser Möglichkeiten zur Gewinnabschöpfung und kommenden, stetig steigenden Zahlen an Stelle des allgemeinen Jubelrufes nur jämmerliches Klagegeseier ertönt, macht sich die Bildzeitung für die wirklichen Ziele der Gesellschaft stark. Während die Empörung der Journaille über die kleinen Gehaltsanpassungen eines Herrn Zumwinkel auf Kosten der viel zu wenig dankbaren Gemeinschaft ausgegossen wird, hat dieses Blatt für eine leuchtende, neue Zeit wirtschaftlichen Wachstums niemals aus den Augen verloren, wie das Geld wirklich fallen muss: Entgegen der Schwerkraft, in wunderbarer Weise immer schön von unten nach oben! Das ist der Weg, auf dem es vorwärts geht.

Gut, dass es diese mutigen Vorkämpfer für die schöne neue Welt gibt. Und gut, dass die Bildzeitung so viele Menschen erreicht, die ohne diese tägliche Aufklärung auf die kryptokommunistische Propaganda vom Sozialstaat und vom Recht auf Leben für jeden Menschen hereinfallen würden. Von dieser eisernen Entschlossenheit gegen die allzu jämmerliche Gier nach bloßem Leben brauchen wir noch viel mehr. Aber das deprimierende Emo-Geschwurbel über die Armut jener, die im betrieblichen Prozess entbehrlich geworden sind, das will wirklich niemand mehr hören.

Ein Lob der Bildzeitung. Möge sie für immer standhaft und siegreich gegen alle Kleingeister und Nörgler sein! Damit niemals wieder schwächliche Menschlichkeit und Jammerlappentum den Fortschritt ersticken können!

Die Digitalisierung der Ausbeutung ist eine Chance

Posted 30. August 2007 by Yussuf Göbelt
Categories: Regentänze

Bundeswirtschaftsminister Michael GlosDer Bundesbeauftragte für das weitere Wachstum der Zahlen hat am heutigen Abend die internationale Funkausstellung in Berlin eröffnet. Die IFA sei ein “globaler Innovationsplatz” der digitalen Vermittlung von wirtschaftlicher Propaganda und der Unterdrückung konsumfeindlicher Impulse durch schöne bunte Unterhaltung im Auftrag des organisierten Vernunftmenschentums in Form der INSM und ihrer diversen Ableger. Deshalb kündigte er an, die Unterhaltungsindustrie in Zukunft mit staatlichem Geldregen auf Kosten der Allgemeinheit zu unterstützen, was auch nur gerechtfertigt sei, weil ja alle von der schönen neuen Welt den schönen neuen Medien profitieren. Es komme in besonderer Weise darauf an, sich den enormen Herausforderungen zu stellen, die von irgendwelchen rückständigen Nörgelheinis mit Hilfe der modernen digitalen Netzwerke, insbesondere des Internet, allzuleicht verbreitet werden können. Er sehe jedoch Chancen für neue Entwicklungen, vor allem durch massive staatliche Zensur des kommunistischen Nörgeltons und durch das auch zukünftig ausgeweitete Abmahnwesen. Die Digitalisierung schaffe auch neue Arbeitsplätze in der kreativen Kunst des Schönredens der Wirklichkeit.

Insgesamt präsentieren sich über 1200 Profiteure der inhaltsleeren Untenhaltung Unterhaltung aus der ganzen Welt. Körnerfressende Alternativ-Ökos des Mediengeschäftes sind nicht dabei. Und das ist gut so.

Denn nur so geht es aufwärts!

Endlich: Reformen zeigen Wirkung

Posted 29. August 2007 by Yussuf Göbelt
Categories: Goldregen

Selbst die kommunistischen Heulsusen von der Jungen Welt müssen es einräumen: Die Hartz-IV-Reformen zeigen endlich die erwünschte und gewollte Wirkung.

Arbeitslosengeld-II-Bezieher werden [...] im Rahmen von Praktika zu unbezahlter Arbeit gezwungen. [...] die Betroffenen müßten unter Androhung einer Kürzung ihrer Bezüge oft monatelang auf regulären Arbeitsplätzen arbeiten, ohne dafür entlohnt zu werden. [...] Praktikanten wurden demnach zum Beispiel neun Monate als Autoputzer, sechs Monate als Lagerarbeiter oder vier Monate als Gärtner beschäftigt.

Was glaubt ihr denn, wie es hier sonst wieder aufwärts gehen soll. Mit Billiglohnländern tritt man am besten in den Wettbewerb, indem man Deutschland in ein Umsonstarbeitsland umgestaltet. Das ist gut und richtig für die Wirtschaft, so kann es nochmal etwas werden mit dem Aufschwung. Und wenn das Menschenmaterial schon nicht aus eigenem Antrieb seinen kostenlosen Beitrag für das wirtschaftliche Wachstum leisten will, denn werden eben Anreize gesetzt, die man nicht so einfach ablehnen kann — wir sprechen schon von einer “Neuen Freiwilligkeit” in Deutschland.

Unser Motto zum Tagesanbruch der neuen Zeit guter Zahlen und unbeschränkter Gewinne: Wie, du willst Geld für deine Arbeit? Sei doch froh, dass du überhaupt Arbeit hast!

Ekelfleisch: Eine Richtigstellung

Posted 28. August 2007 by Yussuf Göbelt
Categories: Goldregen

Wer wird denn gleich von “Ekelfleisch” sprechen? Dieses Wort ist — genau wie das Wort vom “Gammelfleisch” — nur die Propaganda der Ewiggestrigen, die jeden menschlichen Fortschritt verneinen. Gut, dass sie mit ihrem Gutmenschen-Geschwafel den Fortschritt nicht aufhalten können.

In Wirklichkeit zeigt sich in dieser kreativen Verwendung von Fleisch, das für den menschlichen Verzehr angeblich nicht mehr geeignet sein sollte, die unbändige Kraft des freien Marktes. Und diese ist keineswegs etwas zum Ekeln, sondern ein Grund zur überschwänglichen Freude, sorgt sie doch für gute Zahlen und macht unser aller Leben besser.

Halten wir dem ökotuckigen Lamentieren über gereiftes Fleisch doch einmal die Tatsachen entgegen, um diesen kryptokommunistischen Propaganda-Blah richtig zu stellen:

  • Die mutige Umetikettierung von Fleisch, das sonst im Müll landen würde, ist ein wichtiger Beitrag zur Müllvermeidung. Sie entspannt nicht nur die ökonomische, sondern auch die ökologische Situation.
  • Das ständige Reden von “ungenießbarem Fleisch“, das jetzt im schwäbischen Wertlingen von rückständigen Strafverfolgern beschlagnahmt wurde, ist Quatsch. Natürlich war das Fleisch genießbar. Es wurde ja schließlich abgenommen, und es ist davon auszugehen, dass es auch gegessen wurde.
  • Der Verkauf des Fleisches an Döner-Hersteller trägt den gesellschaftlichen Tatsachen Rechnung. In den Döner-Imbissen essen schließlich nur Sozialschmarotzer, Unterprivilegierte, wirtschaftsschwache Studeten und billige Arbeitskräfte für die besseren Zahlen der deutschen Wirtschaft. Feinschmecker-Atitüden sind da fehl am Platze. Richtige Leistungsträger und Geldbesitzer können sich weiterhin schmackhaftes und gesundes Essen leisten. Und das ist nur gerecht.
  • Die jetzt in die Schmähkritik geratene Firma ist schon wiederholt wegen des Handels mit angeblich “verdorbenem” Fleisch aufgefallen. Aber trotz dieser jahrzehntelangen Müllvermeidung hat sich niemals jemand über die Qualität des Fleisches beschwert.

Die Konsequenz aus dieser Auflistung von einfachen Wahrheiten kann nur lauten: Legalisiert das Umetikettiern von Müll zum Nahrungsmittel! Der Markt wird es schon richten!