Kein Ladenhüter

Während viele Politiker in der Bundesrepublik noch nichts besseres zu tun haben, als sich medienwirksam neben die Angehörigen der Opfer des jüngsten Transrapid-Unglückes zu stellen und den gut geübten, betroffenen Blick in die Kameras hinein aufzusetzen, hat der niedersächsische Verkehrsminister Walter Hirche bereits in vorbildlicher Weise damit begonnen, seine Regentänze zur Belebung des Wirtschaftswetters in aller Öffentlichkeit aufzuführen:

Der Unfall erschwere zwar die Diskussion über den Einsatz der Magnetschwebebahn, sagte der FDP-Politiker im rbb-Inforadio. Doch er glaube nicht, dass der Transrapid ein Ladenhüter werde.

Hier hat einer verstanden, worauf es ankommt! Die größte Bedrohung für das wirtschaftliche Wetter sind nicht ein paar Unfälle und ein paar Menschenopfer, sonst wäre China schon längst den Bach herunter gegangen. Die größte Bedrohung ist es, wenn die Produkte nicht mehr verkauft werden. Und im wirtschaftlichen Krieg ist nun einmal keine Zeit für Pietät, zumal, wenn diese auch noch geheuchelt ist.

Herr Hirche hat mit seiner weise gesprochenen Zauberformel genau den richtigen Zeitpunkt getroffen, um die Gefahr einer teuren Investitionsruine abzuwenden. Mit solchen Männern wird es bald wieder bessere Zahlen in Deutschland geben, und nur darauf kommt es uns allen an.

Machen Sie weiter so, Herr Hirche!

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