Der Realitätssinn bei der CDU

Obwohl so mancher Teil der CDU fast wie eine sozialistische Splitterpartei wirkt, die mit den dummen Parolen dieses Kommunisten Jesus den seligen Fortschritt aufhalten will, zeigt diese Partei in kritischen Situationen doch ein klares Konzept der Konzentration auf das Wesentliche:

In der CDU-Spitze hat es am Montag hitzigen Streit [...] gegeben. Nach Berichten von Teilnehmern der Vorstandssitzung gab es heftige Wortwechsel, als es um die Frage ging, wer für die aktuell schlechten Umfragewerte der Partei verantwortlich ist.

Hier wird verstanden, worauf es ankommt. Es kommt natürlich auf die Zahlen an, denn Zahlen bedeuten Macht und Erfolg. Und die Zahlen, auf die es ankommt, sind nicht etwa die Arbeitslosenzahlen, wie es einige verblödete Sozialpädagogen in der Opposition und irgendwelche Propagandaheinis der Globalisierungsgegner immer vor sich hinblubbern, sondern die Umfrageergebnisse, das demokratische Äquivalent zum Börsenkurs.

Der Kurs der CDU muss wieder an Höhe gewinnen, damit sich sonnige Stimmung auf den Börsenparketten und in den Vorstandsetagen breit macht. Nur so kommt es zum Aufschwung, nur so entstehen die klimatischen Bedingungen, unter denen gewaltige Gewinne abgeschöpft werden können. Und das ist und bleibt das wichtigste.

Deshalb wird die CDU darauf hinarbeiten, dass sich die Zahlen irgendwelcher Umfrageergebnisse genau so von der politischen Wirklichkeit emanzipieren, wie sich jetzt bereits die Börsenkurse der Unternehmen von der wirtschaftlichen Wirklichkeit emanzipiert haben. Das Zeitalter des Casinokapitalismus geht einher mit dem neuen Zeitalter der Casinopolitik, und es wird überall nur Gewinner geben.

Zumindest werden Verlierer in der Statistik nicht auftauchen. Nicht in der Statistik der Gewinner.

Und damit existieren sie ja nicht. Das einzige, worauf es in dieser besten aller denkbaren Welten ankommt, sind die Zahlen. Sie müssen stimmen. Das hebt die Stimmung.

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