Ein Hoch der Bildzeitung!
In dieser Zeit, in der angesichts grandioser Möglichkeiten zur Gewinnabschöpfung und kommenden, stetig steigenden Zahlen an Stelle des allgemeinen Jubelrufes nur jämmerliches Klagegeseier ertönt, macht sich die Bildzeitung für die wirklichen Ziele der Gesellschaft stark. Während die Empörung der Journaille über die kleinen Gehaltsanpassungen eines Herrn Zumwinkel auf Kosten der viel zu wenig dankbaren Gemeinschaft ausgegossen wird, hat dieses Blatt für eine leuchtende, neue Zeit wirtschaftlichen Wachstums niemals aus den Augen verloren, wie das Geld wirklich fallen muss: Entgegen der Schwerkraft, in wunderbarer Weise immer schön von unten nach oben! Das ist der Weg, auf dem es vorwärts geht.
Gut, dass es diese mutigen Vorkämpfer für die schöne neue Welt gibt. Und gut, dass die Bildzeitung so viele Menschen erreicht, die ohne diese tägliche Aufklärung auf die kryptokommunistische Propaganda vom Sozialstaat und vom Recht auf Leben für jeden Menschen hereinfallen würden. Von dieser eisernen Entschlossenheit gegen die allzu jämmerliche Gier nach bloßem Leben brauchen wir noch viel mehr. Aber das deprimierende Emo-Geschwurbel über die Armut jener, die im betrieblichen Prozess entbehrlich geworden sind, das will wirklich niemand mehr hören.
Ein Lob der Bildzeitung. Möge sie für immer standhaft und siegreich gegen alle Kleingeister und Nörgler sein! Damit niemals wieder schwächliche Menschlichkeit und Jammerlappentum den Fortschritt ersticken können!