Ein Praktikum als Lohn

Posted 14. März 2008 by Schriftleiter
Categories: Goldregen

Tags: ,

Die Innovationskraft der IT-Branche bleibt ungebrochen, wenn es darum geht, neue Wege in der preiswerten Nutzbarmachung des Menschenmateriales zu finden. Mit besonders gutem und lobenswertem Beispiel geht Google voran und weist uns allen den Weg in ein Zeitalter goldener Zahlen und blecherner Löhne.

Warum auch hätte man dem talentierten argentinischen Programmierer Diego Gavinowich Geld dafür geben sollen, dass er für Google eine neue Webanwendung erstellt hat? Davon werden nur die Kassen leerer. Deshalb soll ihm als angemessener Lohn seiner Mühen reichen, dass er drei Monate als Praktikant bei Google arbeiten darf. Recht so! Der soll gefälligst froh darüber sein, bei einem derartig großen Menschennutzer arbeiten zu dürfen, was will man da noch mit Geld!? Außerdem macht sich so ein Praktikum wirklich gut im Lebenslauf, wenn er am Ende der drei Monate wieder auf dem Arbeitsstrich darum betteln darf, dass jemand seinen Körper nutze. Da freut er sich gewiss, der kreative Kopf hinter den stetig steigenden Marktanteilen Googles.

Google revolutioniert nicht nur das Internet, sondern den gesamten Prozess der wirtschaftlichen Wertschöpfung. Das ist der unbezwingbare Wille zum Profit, den wir alle in der Nutzung menschlichen Schaffens viel häufiger sehen wollen, damit es immerfort aufwärts gehe!

[via]

Ein großes Lob der Kanzlerin

Posted 1. März 2008 by Schriftleiter
Categories: Nebelschwaden, Regentänze

Die Kanzlerin, die unser aller Wohl sicherstellt: Angela MerkelAuf jemanden wie Frau Merkel kann man sich immer verlassen. Menschen mit dieser großen und Systeme übergreifenden Erfahrung in Agitation und Propagada brauchen wir bei der Verbesserung der Zahlen und Gewinne noch viel mehr.

Wie geschickt und gerissen von unserer geliebten Nebelmaschine, sich medienwirksam mit Forderungen nach einer ominösen Ethik in einer ebenso ominösen „sozialen Marktwirtschaft“ zu Wort zu melden. Man glaubte beinahe, die Ziehväter Kohl und Honnecker zu hören. Das klingt fast schon, als würde sie den Sozialneid der Hartz-IV-Schmarotzer füttern wollen, und es sagt dabei gar nichts. Ganz großes Kino, Frau Merkel! Denn sie verschweigen verschlagen, dass wir bereits eine ethische Verpflichtung gegenüber unseren Aktionären haben — und zwar eine, die dem einfachen Menschenmaterial nicht gefallen würde, wenn sie zu laut ausgesprochen würde.

So leisten sie mit ihren wohlplatzierten Nebelreden einen wichtigen Beitrag dazu, dass auch in Zukunft ein Deutschland nach den Erfordernissen des einzig wahren Zieles, nämlich stetig steigender wirtschaftlicher Kennziffern, geschaffen werden kann. Sie machen wahr, werte Frau Kanzlerin, was die Wiedervereinigung uns allen nur versprochen hat. Und wir Profiteure werden uns gewiss noch als sehr dankbar erweisen, wenn sie schon längst Geschichte geworden sind.

Denn so eine Leistung soll sich auch lohnen.

Ihre Lobbyisten

Ein Hoch der Bildzeitung!

Posted 18. Februar 2008 by Schriftleiter
Categories: Wirbelwinde

In dieser Zeit, in der angesichts grandioser Möglichkeiten zur Gewinnabschöpfung und kommenden, stetig steigenden Zahlen an Stelle des allgemeinen Jubelrufes nur jämmerliches Klagegeseier ertönt, macht sich die Bildzeitung für die wirklichen Ziele der Gesellschaft stark. Während die Empörung der Journaille über die kleinen Gehaltsanpassungen eines Herrn Zumwinkel auf Kosten der viel zu wenig dankbaren Gemeinschaft ausgegossen wird, hat dieses Blatt für eine leuchtende, neue Zeit wirtschaftlichen Wachstums niemals aus den Augen verloren, wie das Geld wirklich fallen muss: Entgegen der Schwerkraft, in wunderbarer Weise immer schön von unten nach oben! Das ist der Weg, auf dem es vorwärts geht.

Gut, dass es diese mutigen Vorkämpfer für die schöne neue Welt gibt. Und gut, dass die Bildzeitung so viele Menschen erreicht, die ohne diese tägliche Aufklärung auf die kryptokommunistische Propaganda vom Sozialstaat und vom Recht auf Leben für jeden Menschen hereinfallen würden. Von dieser eisernen Entschlossenheit gegen die allzu jämmerliche Gier nach bloßem Leben brauchen wir noch viel mehr. Aber das deprimierende Emo-Geschwurbel über die Armut jener, die im betrieblichen Prozess entbehrlich geworden sind, das will wirklich niemand mehr hören.

Ein Lob der Bildzeitung. Möge sie für immer standhaft und siegreich gegen alle Kleingeister und Nörgler sein! Damit niemals wieder schwächliche Menschlichkeit und Jammerlappentum den Fortschritt ersticken können!

Die Digitalisierung der Ausbeutung ist eine Chance

Posted 30. August 2007 by Schriftleiter
Categories: Regentänze

Bundeswirtschaftsminister Michael GlosDer Bundesbeauftragte für das weitere Wachstum der Zahlen hat am heutigen Abend die internationale Funkausstellung in Berlin eröffnet. Die IFA sei ein „globaler Innovationsplatz“ der digitalen Vermittlung von wirtschaftlicher Propaganda und der Unterdrückung konsumfeindlicher Impulse durch schöne bunte Unterhaltung im Auftrag des organisierten Vernunftmenschentums in Form der INSM und ihrer diversen Ableger. Deshalb kündigte er an, die Unterhaltungsindustrie in Zukunft mit staatlichem Geldregen auf Kosten der Allgemeinheit zu unterstützen, was auch nur gerechtfertigt sei, weil ja alle von der schönen neuen Welt den schönen neuen Medien profitieren. Es komme in besonderer Weise darauf an, sich den enormen Herausforderungen zu stellen, die von irgendwelchen rückständigen Nörgelheinis mit Hilfe der modernen digitalen Netzwerke, insbesondere des Internet, allzuleicht verbreitet werden können. Er sehe jedoch Chancen für neue Entwicklungen, vor allem durch massive staatliche Zensur des kommunistischen Nörgeltons und durch das auch zukünftig ausgeweitete Abmahnwesen. Die Digitalisierung schaffe auch neue Arbeitsplätze in der kreativen Kunst des Schönredens der Wirklichkeit.

Insgesamt präsentieren sich über 1200 Profiteure der inhaltsleeren Untenhaltung Unterhaltung aus der ganzen Welt. Körnerfressende Alternativ-Ökos des Mediengeschäftes sind nicht dabei. Und das ist gut so.

Denn nur so geht es aufwärts!

Endlich: Reformen zeigen Wirkung

Posted 29. August 2007 by Schriftleiter
Categories: Goldregen

Selbst die kommunistischen Heulsusen von der Jungen Welt müssen es einräumen: Die Hartz-IV-Reformen zeigen endlich die erwünschte und gewollte Wirkung.

Arbeitslosengeld-II-Bezieher werden [...] im Rahmen von Praktika zu unbezahlter Arbeit gezwungen. [...] die Betroffenen müßten unter Androhung einer Kürzung ihrer Bezüge oft monatelang auf regulären Arbeitsplätzen arbeiten, ohne dafür entlohnt zu werden. [...] Praktikanten wurden demnach zum Beispiel neun Monate als Autoputzer, sechs Monate als Lagerarbeiter oder vier Monate als Gärtner beschäftigt.

Was glaubt ihr denn, wie es hier sonst wieder aufwärts gehen soll. Mit Billiglohnländern tritt man am besten in den Wettbewerb, indem man Deutschland in ein Umsonstarbeitsland umgestaltet. Das ist gut und richtig für die Wirtschaft, so kann es nochmal etwas werden mit dem Aufschwung. Und wenn das Menschenmaterial schon nicht aus eigenem Antrieb seinen kostenlosen Beitrag für das wirtschaftliche Wachstum leisten will, denn werden eben Anreize gesetzt, die man nicht so einfach ablehnen kann — wir sprechen schon von einer „Neuen Freiwilligkeit“ in Deutschland.

Unser Motto zum Tagesanbruch der neuen Zeit guter Zahlen und unbeschränkter Gewinne: Wie, du willst Geld für deine Arbeit? Sei doch froh, dass du überhaupt Arbeit hast!

Ekelfleisch: Eine Richtigstellung

Posted 28. August 2007 by Schriftleiter
Categories: Goldregen

Wer wird denn gleich von „Ekelfleisch“ sprechen? Dieses Wort ist — genau wie das Wort vom „Gammelfleisch“ — nur die Propaganda der Ewiggestrigen, die jeden menschlichen Fortschritt verneinen. Gut, dass sie mit ihrem Gutmenschen-Geschwafel den Fortschritt nicht aufhalten können.

In Wirklichkeit zeigt sich in dieser kreativen Verwendung von Fleisch, das für den menschlichen Verzehr angeblich nicht mehr geeignet sein sollte, die unbändige Kraft des freien Marktes. Und diese ist keineswegs etwas zum Ekeln, sondern ein Grund zur überschwänglichen Freude, sorgt sie doch für gute Zahlen und macht unser aller Leben besser.

Halten wir dem ökotuckigen Lamentieren über gereiftes Fleisch doch einmal die Tatsachen entgegen, um diesen kryptokommunistischen Propaganda-Blah richtig zu stellen:

  • Die mutige Umetikettierung von Fleisch, das sonst im Müll landen würde, ist ein wichtiger Beitrag zur Müllvermeidung. Sie entspannt nicht nur die ökonomische, sondern auch die ökologische Situation.
  • Das ständige Reden von „ungenießbarem Fleisch„, das jetzt im schwäbischen Wertlingen von rückständigen Strafverfolgern beschlagnahmt wurde, ist Quatsch. Natürlich war das Fleisch genießbar. Es wurde ja schließlich abgenommen, und es ist davon auszugehen, dass es auch gegessen wurde.
  • Der Verkauf des Fleisches an Döner-Hersteller trägt den gesellschaftlichen Tatsachen Rechnung. In den Döner-Imbissen essen schließlich nur Sozialschmarotzer, Unterprivilegierte, wirtschaftsschwache Studeten und billige Arbeitskräfte für die besseren Zahlen der deutschen Wirtschaft. Feinschmecker-Atitüden sind da fehl am Platze. Richtige Leistungsträger und Geldbesitzer können sich weiterhin schmackhaftes und gesundes Essen leisten. Und das ist nur gerecht.
  • Die jetzt in die Schmähkritik geratene Firma ist schon wiederholt wegen des Handels mit angeblich „verdorbenem“ Fleisch aufgefallen. Aber trotz dieser jahrzehntelangen Müllvermeidung hat sich niemals jemand über die Qualität des Fleisches beschwert.

Die Konsequenz aus dieser Auflistung von einfachen Wahrheiten kann nur lauten: Legalisiert das Umetikettiern von Müll zum Nahrungsmittel! Der Markt wird es schon richten!

Milchpolitikerrechnung

Posted 30. Juli 2007 by Schriftleiter
Categories: Nebelschwaden

Na sowas! Erst setzen sich diese Politiker wie vernünftige Menschen mit allen Mitteln für ein möglichst unbeschränktes Wirtschaften ein, wollen sogar den Wettbewerb zur Grundlage allen menschlichen Miteinanders erwählen. Und wenn dann die Gewinner des Wettbewerbes ihren wohl verdienten Preis kassieren wollen, dann sprechen diese Dummköpfe voller Doppelmoral von einer „Abzocke.

Immerhin, Ulrike Höfken von den Ökofaschisten hat sich noch ein bisschen Resthirn in diesem Schmierentheater bewahrt:

„Aber eine Abzocke der Verbraucher sollten sich diese nicht gefallen lassen“, kritsierte Höfken die Milch-Verarbeiter.

Genau, das ist die Selbstverantwortung der Verbraucher. Darin zeigt sich wirtschaftlicher Sachverstand, Frau Höfken. Wen es nicht passt, dass wirtschaftliche Unternehmen keine Wohltätigkeitsvereine sind, der kann sich ja eine Milchkuh auf seinem Balkon halten.

Und natürlich können die verantwortlichen Verbraucher

Laut Wirtschaftsforschern müssen die Deutschen sich an höhere Preise für Lebensmittel gewöhnen. Waren früher vorübergehende Faktoren wie Missernten oder Tierseuchen für Preisschübe verantwortlich, so ist es heute die Nachfrage aufstrebender Länder wie China und Indien – Veränderungen, die bleiben werden.

…auch gleich mit dem Getreideanbau im Balkonkasten beginnen. Das ist schließlich ihr gutes Recht, wenn die wirtschaftliche Vernunft es für günstiger hält, Brote nach China auszufliegen. Hier kann schließlich jeder machen, was er will.

Schwärmen von Netzsicherheit

Posted 1. Juli 2007 by Schriftleiter
Categories: Nebelschwaden

Und wieder einmal die Sozialisten mit ihrem verlogenen und fortschrittsfeindlichen Gutmenschen-Getue, heute aus dem Mund des energiepolitischen Sprechers der Linkspartei, Hans-Kurt Hill:

Es liegt der Verdacht nahe, dass die verantwortlichen Konzerne die Netzsicherheit in Deutschland zunehmend zugunsten hoher Renditen aufs Spiel setzen

Was denkt dieser Herr Hill denn, wem eine Aktiengesellschaft verpflichtet ist? Das ist kein „volkseigener“ Betrieb, der wie ein Schmarotzer mit Staatsknete durchgefüttert wird. Eine AG ist den Aktionären verpflichtet, und was die wollen, hat Herr Hill schon zutreffend gesagt: Hohe Renditen und gute Zahlen. Wenn die Kunden keine besondere Wahl haben, lässt die Qualität des Produktes eben ein bisschen nach — davon geht es uns allen besser, statistisch betrachtet.

Herr Hill! Wenn Ihnen das nicht passt und sie von Netzsicherheit schwärmen wollen, denn schwimmen sie doch nach Kuba!